Kleidung Mapuche

Die Mapuche leben in den zentralen und südlichen Regionen Chiles, den Grenzgebieten zu Argentinien und bilden die größte indigene Bevölkerungsgruppe in Chile. Weshalb die Mehrheit der Chilenen eine Mapuche Abstammung beansprucht.

Mapuche bedeutet übersetzt „Menschen der Erde“. Ihre Lebensphilosophie ist es im Einklang mit der Natur zu leben.

Die Mapuche mussten sich in ihrer langen Geschichte gegen die Inka und gegen die Spanier behaupten, so dass ihre territoriale Autonomie 1641 von den Spaniern anerkannt wurde.

Leider wurde den Mapuche im weiteren Verlauf der Geschichte ihr Land genommen und sie wurden ausgebeutet und enteignet und gezwungen in kleinen Reservaten zu leben. Millionen Hektar Land wurden an Großgrundbesitzer und Siedler vergeben, darunter viele Deutsche. Auch Heutzutage kämpfen die Mapuche um Autonomie und Landrückgaben.

Viele der Traditionen der Mapuche sind aufgrund der spanischen und chilenischen Einflüsse verloren gegangen. Begibt man sich jedoch in die ursprünglichen Regionen der Mapuche dann kann man auch heute noch traditionelle Elemente z.B. der Kleidung entdecken. Die Mapuche verfügen über eine reiche Tradition der Textilarbeit. Man fand bei Ausgrabungen Mapuche Stoffe, die aus der Zeit zwischen 1300- 1350 stammen.

Traditionell tragen die Frauen den Chamalh oder Kemalh, ein viereckiges, schwarzes Tuch. Es wird um den Körper gewickelt und über die Schultern gezogen. Über den Schultern trägt man ein schwarzes Umhängetuch welches „ekulh“ genannt wird. Ein wichtiger Bestandteil der Kleidung der Mapuche Frauen ist der bemerkenswerte Silberschmuck. Er besteht aus einem silbernen Kopfschmuck „Trarilongko“ und Silberohrringen „Chaguay“. Auf der Brust wird eine Brosche mit Nadel „Trapelakucha“ mit Silberplatten und drei Silberketten befestigt. Es wird zu besonderen zeremoniellen Anlässen getragen und gilt gleichzeitig auch als Schutzsymbol. Am oberen Teil befindet sich ein stilisierter Adler an dem zwei Kreuze befestigt sind. Darauf folgen drei bewegliche Stränge aus Kettengliedern. Den Abschluss bildet ein Trapez- Element, welches mit einem Blumen-Stern Symbol geprägt ist und an dem neun Münzen hängen.

Die weiblichen Mapuche- Nachkommen, die meist in der Großstadt Santiago leben sind zerrissen zwischen der Moderne, der eigenen indigenen Identität und den vielen Problemen denen man als Frau mit indigenen Wurzeln in Chile ausgesetzt ist. Aufgrund dieser Tatsache schließen sich viele Frauen feministischen Bewegungen an. Daraus entwickelte sich ein dekolonialer und intersektionaler Feminismus, der den verschiedenen Unterdrückungsformen wie Rassismus, Sexismus und ökonomische Ausbeutung entgegenwirken soll. Lange Zeit hatten die indigenen Frauen keine Stimme in der Chilenischen Gesellschaft. Inzwischen werden es immer mehr die Ihre Stimme erheben und für Ihre Rechte kämpfen.