Die Chola Cuencana

Die Frauen aus der Region Cuenca aus dem Süden Equadors werden Chola Cuencana genannt. Der Kleiderstil ist eine Vermischung aus den verschiedenen Einflüssen der Ureinwohner mit den Kolonialisten. In der Kolonialzeit unter den Spaniern gab es strenge Gesetze, die die Kleiderordnung und Accessoires jeder ethnischen Gruppe vorschrieben.

Die Kleidung war deshalb von amerikanischen, europäischen und indigenen Einflüssen bestimmt.

Die Chola Cuencana hat auch kulturelle Reverenzen. In Cuencana wurde ihr ein Denkmal errichtet und zu den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag wird eine Chola als Vorsitzende die „Fundación Chola Cuencana“ in einem Wettbewerb gewählt um sich um die soziale Arbeit im ländlichen Raum einzusetzen. Es gibt auch eine Hymne auf die Chola Cuencana, die 1940 Rafael Carpio Abad mit Texten des Dichters Ricardo Darquea Granda komponierte.

Die Kleidung besteht aus einer einfarbigen meist weißen Bluse mit bestickten Stoffen. Man nennt diesen Stofftyp „Guipur“. Durch die bestickte Oberfläche erhalten die Blusen ihre besondere und für die Chola Cuencana eigene Charakteristik.

Der zweite Teil der Kleidung besteht aus einem voluminösen Rock, welcher Pollera genannt wird. Der Rock besteht aus zwei Lagen. Der Unterrock „Centro“ besteht aus Samt oder Wolle und ist oft in Rot, Orange, Grün, Lila oder Fuchsia Tönen. Er ist am untern Rocksaum mit bis zu 20cm breiten, blumenartigen Girlanden in verschiedenen Farben und Mustern verziert, die in mühevoller Handarbeit aufgestickt werden. Darüber ist der sogenannte Überrock „Bolsicón“, der durch seine auffälligen intensiven Farben besticht.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Kleidung der Chola Cuencana ist ein Schal/Tuch das „Macana“ genannt wird. Es wird mit der Ikat- Technik verziert. Dabei werden die Kettfäden aufgezogen und in einem bestimmten Muster zusammengebunden und danach eingefärbt. Mit der Reservetechnik werden die Fäden in mehreren Färbtauchbädern durch das Abbinden mit dem gewünschten Muster versehen. Das Endergebnis wird erst sichtbar, wenn es auf dem Webstuhl fertig gewoben wurde. Zusätzlich werden manche Schals noch an den Enden mit Pailetten und aufwendigen Stickereien verziert.

Auf dem Kopf tragen die Frauen einen Strohhut „Jipijapa“ mit einer kurzen Krempe und einen meist schwarzem Stoffband. Dieser sitzt auf den langen geflochtenen Haaren, die am Ende mit farbigen Bändern abschließen.

Die Kleidung wird durch meist schwarze Espadrilles, Ringe, Halsketten und Ohrringen abgerundet. Die Ohrringe waren je nach sozialem Stand der Trägerin aus Gold, Perlen und Edelsteinen angefertigt.