Die Kleidung aus Peru

Während der Herrschaft der Inka hatte die Kleidung der Frauen eine besondere Bedeutung. Sie symbolisierte das Geschlecht, das Alter, den Familienstand, den politischen Status, die Religion und die ethnische Zugehörigkeit. Vor allem aber zeigte sie die Stellung in der Gesellschaft und zeigte den Reichtum der Trägerin anhand der Ausführung der Kleidung.

Das Inka-Reich wird als das höchste und fortschrittlichste Imperium in der präkolumbischen Zeit Amerikas angesehen. Die feinen Stoffe wurden auch als Zahlungsmittel und Währung verwendet und hatten einen höheren Wert als Gold und Silber.

Während der Inka-Zeit galt eine strenge Kleiderordnung. Nur Könige und direkt unterstellte Personen mit einem gewissen Wohlstand durften sich mit den feinen Materialien einkleiden. Diese bestanden aus farbenprächtiger Alpakawolle, die mit natürlichen Farbstoffen wie Indigo oder Extrakt aus Insekten gefärbt wurde. Der Färbevorgang wird immer noch auf diese Weise durchgeführt. In der Inka-Zeit hatte jede Farbe eine wichtige Bedeutung. Rot stand für Herrschaft, Sieg und Blut, Schwarz symbolisierte die Geburt von Neuem und zugleich den Tod. Grün wurde mit dem Regenwald, Ahnenkult und Anbau von Nutzpflanzen in Verbindung gebracht, während Gelb für Mais und Gold stand. Die wertvollste Farbe der Inka-Zeit war jedoch Lila, welche die erste Farbe des Regenbogens darstellt. Deshalb wird sie auch mit der Mutter aller Inkas, der „Mama Ocllo“, in Verbindung gebracht.

ie Kleidung wurde zusätzlich mit Federn, Stickereien und Schmuck verziert. Die Stoffe, die nur von bestimmten Webereien in aufwendiger Handarbeit hergestellt wurden, nannte man „Cumbi“. Es gibt leider kaum noch Textilfunde aus dieser Zeit, da die Inkas die wertvollen Stoffe verbrannten, um sie nicht in die Hände der spanischen Eroberer fallen zu lassen.

Die Kleidung normaler Frauen aus der bürgerlichen Schicht war schlicht und bestand meist aus einem langen Baumwollkleid.

In der Kolonialzeit hat sich die Kleidung stark an den europäischen Kleiderstil angepasst. Heute besinnen sich die Frauen wieder mehr auf ihre alten Traditionen und tragen Röcke namens „Polleras“, die entweder bunt oder schwarz und mit roten Stickereien verziert sind.

Je nach Region können mehrere Rockschichten übereinander getragen werden, und in den Anden wird die Kleidung entsprechend den Temperaturen angepasst. In einigen Regionen wird der Rock auch in Schwarz getragen und mit einem bunten Gürtel mit Blumenstickerei gehalten.